Anbieter im Überblick

DSL-Anbieter im Überblick: Wer welches Netz nutzt.

Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 verkaufen DSL, aber meist über dieselbe Leitung. Hier steht, wer welches Netz nutzt, wo die Unterschiede wirklich liegen und wann Kabel oder Glasfaser die bessere Wahl sind.

Stand: 2. Oktober 20266 Min. LesezeitVon Sebastian Rüting

Wer nutzt welches Netz?

DSL kommt über die Kupferleitung des Telefonnetzes. Dieses Netz betreibt fast überall die Telekom. Andere Anbieter mieten die Leitung oder Teile davon und verkaufen eigene Tarife darüber. Kabel und Glasfaser sind getrennte Netze mit eigenen Betreibern.

AnbieterDSL überWeitere Anschlüsse
Telekomeigenes Netzbetreibt das TelefonnetzGlasfaser im eigenen Ausbau
Vodafoneüberwiegend Telekom-Netzgrößtes Kabelnetz in Deutschland, Glasfaser in einzelnen Gebieten
o2Telekom-NetzKabel und Glasfaser über Partnernetze
1&1Telekom-Netz, teils 1&1 VersatelGlasfaser über Partnernetze
Regionale Netzbetreiber–Glasfaser im eigenen Ausbaugebiet, z. B. Deutsche Glasfaser oder Stadtwerke

Für Sie heißt das: Mit derselben Technik an derselben Adresse ist bei allen DSL-Anbietern meist dieselbe Höchstgeschwindigkeit möglich. Ob 50, 100 oder 250 Mbit/s, entscheidet der Ausbau am Verteilerkasten, nicht die Marke.

Telekom

Die Telekom betreibt das Telefonnetz, über das DSL in Deutschland fast überall läuft, und baut selbst Glasfaser bis ins Haus. Ihre Festnetztarife heißen MagentaZuhause. Als Netzbetreiberin bekommt sie Störungen in der Leitung direkt auf den Tisch, ohne Umweg über einen Wiederverkäufer.

Prüfen Sie bei der Telekom besonders den Preis nach der Aktionsphase und ob der Router gemietet oder gekauft wird. In vielen Glasfaser-Ausbaugebieten ist sie selbst der Netzbetreiber; dort lohnt der Vergleich mit Anbietern, die das Telekom-Glasfasernetz mitnutzen.

Vodafone

Vodafone hat zwei Standbeine: DSL, überwiegend über das Netz der Telekom, und das größte Kabelnetz in Deutschland. Liegt bei Ihnen ein Kabelanschluss, ist Vodafone meist der Anbieter mit der höchsten Geschwindigkeit, im Download bis 1.000 Mbit/s.

Beim Kabel teilen sich die Haushalte eines Netzabschnitts die Bandbreite. Abends kann es dadurch langsamer werden. Achten Sie im Vertrag auf die normalerweise verfügbare und die minimale Geschwindigkeit, nicht nur auf den Höchstwert.

o2

o2 bietet DSL über das Netz der Telekom an, Kabel und Glasfaser über Partnernetze. Die Tarife sind oft schlicht aufgebaut und mit kurzen Laufzeiten zu haben. Wer ohnehin einen o2-Handyvertrag hat, bekommt teils einen Kombi-Vorteil.

Vergleichen Sie bei o2 die Geschwindigkeitsstufen genau: Welche Stufe an Ihrer Adresse buchbar ist, hängt wie bei allen DSL-Anbietern vom Ausbau der Telekom-Leitung ab.

1&1

1&1 nutzt für DSL das Netz der Telekom und teils das eigene Netz von 1&1 Versatel, für Glasfaser verschiedene Partnernetze. Typisch sind Tarife mit Router zum Kauf oder zur Miete und Rabatten in den ersten Monaten.

Lesen Sie bei Aktionspreisen nach, wie lange sie gelten und was danach fällig wird. Den Effektivpreis über die gesamte Laufzeit rechnet der Effektivpreis-Rechner unseres Schwesterportals.

Regionale Glasfaser-Anbieter

Viele Glasfasernetze bauen nicht die bundesweiten Marken, sondern Unternehmen wie Deutsche Glasfaser, Stadtwerke oder regionale Netzbetreiber. In ihrem Ausbaugebiet sind sie oft der einzige Glasfaser-Anbieter, manchmal öffnen sie ihr Netz auch für andere Marken (Open Access).

Ob ein regionales Netz bei Ihnen liegt oder geplant ist, erfahren Sie beim Netzbetreiber selbst oder bei Ihrer Gemeinde. Was beim Ausbau zu beachten ist, steht unter Glasfaser-Ausbau.

Worauf es beim Anbieter ankommt

  • Verfügbarkeit an Ihrer Adresse. Nur Tarife, die bei Ihnen buchbar sind, zählen. Der Vergleich filtert danach.
  • Normal verfügbare Geschwindigkeit. In der Vertragszusammenfassung stehen bei Festnetzanschlüssen maximale, normalerweise verfügbare und minimale Geschwindigkeit.
  • Upload. Für Homeoffice, Videocalls und Cloud-Backups wichtiger als der Download. DSL kommt auf höchstens 40 Mbit/s.
  • Kosten über die Laufzeit. Aktionsmonate, Anschlussgebühr, Router, Gutschriften.
  • Mindestlaufzeit. Höchstens 24 Monate, danach jederzeit mit einem Monat Frist kündbar (§ 56 TKG).
Tipp für den WechselBeauftragen Sie den neuen Anbieter mit dem Wechsel und der Rufnummernmitnahme. Er kündigt dann den alten Vertrag passend zum Umschalttermin. Länger als einen Arbeitstag ohne Internet dürfen Sie dabei nicht sein (§ 59 TKG).
Über den AutorSebastian Rüting ist Inhaber von Rüting Systemhaus in Beckum-Neubeckum. Das Systemhaus berät Unternehmen zu IT, betreibt Server und Hosting auf eigener Infrastruktur und kümmert sich um Netzwerke und Internetanschlüsse. Mehr zum Autor

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen.

Welcher DSL-Anbieter hat das beste Netz?
Bei DSL ist das Netz meist dasselbe: Vodafone, o2 und 1&1 nutzen überwiegend die Leitungen der Telekom. Entscheidend sind die Technik an Ihrem Verteilerkasten und die Länge der Leitung. Vergleichen Sie deshalb die Tarife an Ihrer Adresse, nicht die Marken.
Warum ist DSL bei anderen Anbietern oft günstiger als bei der Telekom?
Die Wiederverkäufer mieten die Leitung und kalkulieren eigene Preise, oft mit günstigen ersten Monaten. Rechnen Sie die Kosten über die ganze Mindestlaufzeit, mit Anschlussgebühr, Router und dem Preis nach der Aktion.
Kann ich meine Festnetznummer zum neuen Anbieter mitnehmen?
Ja, beim Anbieterwechsel innerhalb desselben Ortsnetzes. Beauftragen Sie die Rufnummernmitnahme mit dem neuen Vertrag; der neue Anbieter kümmert sich dann meist auch um die Kündigung des alten.
Wie lange bin ich beim Anbieterwechsel ohne Internet?
Höchstens einen Arbeitstag. Der alte Anbieter muss Sie weiter versorgen, bis der neue Anschluss läuft. Dauert es länger, steht Ihnen für jeden weiteren Arbeitstag eine Entschädigung zu (§ 59 TKG).

Stand: 2. Oktober 2026